Mangelnde Ausdrucksfähigkeit

Ich beneide die Maler wenn sie mit gekonntem Strich ihre Bilder auf einer Leinwand entstehen lassen. Ich beneide die Maler, denn ihre Ausdruckskraft kennt keine Grenzen. Ich habe nur Worte. 

Die Maschine steht still

Vor über hundert Jahren warnte E. M. Forster in seiner gleichnamigen Kurzgeschichte auf geradezu visionäre Art und Weise vor einer düsteren Zukunft.Heute sind wir seiner Vision näher denn je.

Über das Schreiben

Wie ist das mit dem Schreiben. Du spürst schon am Morgen, wie sich dieses Gefühl leise anschleicht, wie es deine Wirbelsäule hinaufklettert, um wieder fast bis zum Verschwinden abzuebben, bevor du überhaupt realisiert hast, dass es da ist. Am Mittag ist es schon stärker, du spürst dass es da ist und heraus will, dein Blut wird wärmer, die Sinne schärfer, die Kurven runder. Der Nachmittag ist wie ein Fieber, die Welt um dich herum verschwimmt denn du denkst nur noch an das eine. Du weißt, dass es nicht aufzuhalten ist, deine Nackenhaare stellen sich auf, du fixierst das Objekt der Begierde. Am Abend endlich umschlingst du die Liebste mit den Armen, tauchst tief in sie ein, verschwitztes Herumwälzen in den Laken, erbeben in Leidenschaft, die Welt ist längst verschwunden. Die Finger können dem Kopf kaum mehr folgen, die Gedanken rasen in wilder Folge auf das eben noch weiße Laken hinab, wie schon in Urzeiten gefügt und genau so hervorbestimmt - du spürst es, du hältst sie fest und schleuderst sie wieder heraus. Du bist rasend, das Haar zerzaust. Es zählt nur noch der schöpferische Akt. Der Höhepunkt kommt und geht. Erschöpft. Ermattet. Es ist vollbracht. 

Mangelnde Anpassungsfähigkeit

Ein traumatisches Erlebnis aus der Schulzeit beendete mein Schreiben fast, bevor es überhaupt angefangen hatte. Mit einer dicken roten Zensur im Lieblingsfach der schreibenden Zunft. Ich bin grandios in die perfideste Falle des Schulsystems getappt und habe das getan, von dem ich dachte, dass man es mir beibringen möchte. Mir selbst etwas zu denken. Ich hätte es wissen müssen. Die schlechteste Note in der Klasse  wurde vergeben für: zu großen Mitteilungsdrang, unerwünschte Kreativität und überfließendes Ausdrucksvermögen. 

Vigdis Hjort - Ein norwegisches Haus 

Der Roman „Ein norwegisches Haus“ der Schriftstellerin Vigdis Hjorth beschreibt sechs Jahre im Leben der Küstlerin Alma. Alma führt ein eigenbrötlerisches Leben, in dem sie sich so weit es ihr eben möglich ist, von ihrer Umwelt abkapselt. Dabei befindet sie sich in einem ständigen Spannungsfeld zwischen ihren Bedürfnissen und einer wenigstens minimalen Teilhabe an der Gesellschaft und der Menschen um sie herum.

Ein Buch über das mehr oder weniger außergewöhnliche und doch Un-besondere im Leben 

Gebrauchte Bücher

Ein Grund, für den man gebrauchte Bücher lieben kann sind die Geschichten, die sie manchmal erzählen. Diese können ganz trivial sein, etwa eine hin gekritzelte Telefonnummer auf dem Buchrücken oder auch ein Eselsohr als sorgfältig eingeknicktes Lesezeichen. Viel braucht es nicht, um die Phantasie anzuregen. Das interessante große ist dann nämlich der Teil der Geschichte, den diese Zeichen menschlicher Handlung im Dunkeln lassen. Der unserer freien Interpretation all das überlässt, was nicht dort steht.

Das Schlimmste an der Pandemie

 

...ist, wenn sie vorbei ist. Gestern ging die Welt noch unter, heute sind die Aussichten schon wieder ganz sonnig. Schade eigentlich.